Artikel-Informationen
erstellt am:
24.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
08.07.2026
Die Staatliche Moorverwaltung als Dezernat des Amts für Regionale Landesentwicklung entwickelt seit 2025 im Rahmen des Interreg-Programms PEAT EU robuste, politische Instrumente und Strategien für den Moorschutz in der EU und tauscht sich dabei mit Partnern auf nationaler und internationaler Ebene aus. Damit übernimmt die Moorverwaltung Verantwortung für die Entwicklung regionaler Strategien, die Förderung und Entwicklung des ländlichen Raums und fördert dafür die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft und anderen Stakeholdern. Sie bildet somit eine Schnittstelle zwischen Landespolitik, regionaler Umsetzung und den vielfältigen Akteuren vor Ort.D as Projekt zielt dafür darauf ab den fachlichen Austausch zu fördern und politische Entscheidungsträger und Interessengruppen regelmäßig auf regionaler sowie nationaler und internationaler Ebene im Rahmen von regionalen Stakeholder Veranstaltungen und internationalen Projekttreffen zusammenzubringen
Beim Moor- und Klimaschutz zeigt sich die Bedeutung dieser Rolle: Interessenskonflikte (Torfabbau, Landwirtschaftliche Nutzung von Flächen) als bekannte Herausforderungen sowie zusätzlich der Klimawandel und damit verbundene Extremwettereignisse, die den Moorschutz vor schwer abzuschätzende Herausforderungen stellen und zukünftig immer mehr beschäftigen werden.
In Niedersachsen befinden sich 38 Prozent der deutschen Moorflächen – und viele davon sind heute als Grünland in landwirtschaftlicher Nutzung. Auch nur Teile davon aus Klimaschutzgründen zu vernässen, erfordert politische Instrumente für die Kommunikation sowie den notwendigen tragfähigen Interessenausgleich.
Das Projekt bietet die Chance, Instrumente zu prüfen, weiterzuentwickeln und durch den Austausch mit nationalen und internationalen Projektpartnern neue Ansätze zu erarbeiten. Dabei sind fachlich überzeugende, praktikable und langfristig tragfähige Lösungen gefragt. Der europäische Rahmen des Projekts eröffnet zusätzliche Perspektiven. Im Moorschutz aktive Regionen stehen zwar vor ähnlichen Herausforderungen wie jene in Niedersachsen, sind aber in der Entwicklung an unterschiedlichen Punkten und gehen sehr unterschiedliche Wege. Davon können alle profitieren.
Die Projektseite von PEAT EU im Internet finden Sie hier.
Auch Partner im Wetlanders-Projekt
Zudem ist die Moorverwaltung Partner des Interreg-Projekt "Wetlands". Der Hintergrund: In ganz Nordwesteuropa verschwinden grün-blaue Netzwerke (Feuchtgebiete oder auch GBN und blau-grüne Infrastruktur, genannt) in alarmierendem Tempo. Einige Regionen haben bereits mehr als 90 % ihrer Feuchtgebiete verloren, während andere mit einer massiven Degradierung ihrer Moore konfrontiert sind. Dabei sind es genau diese Ökosysteme, die unser Wasser filtern, Kohlenstoff speichern und die biologische Vielfalt erhalten – doch sie schrumpfen schneller, als wir sie derzeit schützen können. Wetlanders, ein durch das Programm Interreg Nordwesteuropa kofinanziertes Projekt, bringt 14 Organisationen aus fünf Ländern zusammen, um diesen Trend umzukehren. Dies geschieht durch gemeinsame Instrumente, praktische Renaturierungsmaßnahmen und lokale Partnerschaften, um ein langfristiges Management zu unterstützen. Eine dieser Organisationen ist die Staatliche Moorverwaltung.
Die Rolle der Staatlichen Moorverwaltung in Wetlanders:
Die Staatliche Moorverwaltung (StMV) bringt im Projekt Wetlanders umfassende technische und ökologische Expertise zur Moorrenaturierung und Bewirtschaftung offener Lebensräume ein, um Renaturierungsmaßnahmen, Naturschutz und Monitoring an Pilotstandorten zu entwickeln. Sie unterstützt die Entwicklung einer integrierten Landschaftsstrategie mit Fokus auf Naturschutz und Akzeptanzförderung, identifiziert Zielgruppen für Kapazitätsaufbau und organisiert Schulungen. Zudem liefert die StMV technisches Know-how zur Sicherung langlebiger Bauwerke und stabiler Wasserstände angesichts extremer Wetterereignisse und integriert ökologische Vorgaben der FFH-Richtlinie. Aufbauend auf Erfahrungen mit Landbesitzern und Unternehmen fördert sie die Einbindung lokaler Akteure zur Harmonisierung ökologischer und sozioökonomischer Interessen. Anhand detaillierter Landschaftsanalysen und unter Einbeziehung eines breiten Akteursnetzwerks entwickelt die StMV übertragbare Strategien und Aktionspläne zur Wiederbewässerung und extensiven Bewirtschaftung von GBN-Lebensräumen, um Klimaziele zu erreichen. Als staatliche Organisation stellt sie Flächen und Strukturen für Forschung und technische Innovation bereit und übernimmt eine Vorbildfunktion für private Initiativen.
Gemeinsam die GBNs Europas wiederherstellenFeuchtgebiete stehen vor vielen Herausforderungen, wie z.B. fragmentierten Eigentumsverhältnissen, einer uneinheitlichen Verwaltung und schwindende Fördermittel. Diese Probleme machen nicht an Landesgrenzen halt und erfordern grenzüberschreitende Lösungen. Deshalb vernetzt Wetlanders Partner aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Irland und schafft so eine Plattform für gemeinsames Fachwissen in einem völlig neuen Maßstab. Unter der Leitung der belgischen NGO Natuurpunt vereint das Konsortium die Stärken von Forschungsinstituten, Behörden und schutzgebietsbetreuenden Organisationen.
Um Theorie in die Praxis umzusetzen, gibt es fünf Pilotaktionen in unterschiedlichen Landschaften in vier Ländern – von Flussauen und Mooren bis hin zu Erdfallseen und Quellgebieten. Dabei gehtl abiotische Herausforderungen, wie die Wiederherstellung natürlicher Wasserläufe, als auch biotische Bedrohungen, wie die Entfernung invasiver Arten und naturferner Anpflanzung. Die erfolgreich erprobten Renaturierungsmethoden und -lösungen werden im sogenannten „GBN-Tool“ zusammengeführt. Diese öffentlich verfügbare digitale Plattform wird sicherstellen, dass die von uns entwickelten Lösungen leicht zugänglich und von anderen Regionen nachmachbar sind.
Stärkung von Kompetenzen, Eigenverantwortung und ZusammenarbeitDie Menschen, die diesen Landschaften am nächsten stehen – wie Landwirte und Landwirtinnen, Gebietsbetreuende, Kommunen und lokale Gruppen – sind auch diejenigen, die am besten in der Lage sind, sie zu schützen. Wetlanders arbeitet direkt mit diesen Gruppen zusammen und baut das Wissen und die Fähigkeiten auf, die für eine langfristige Betreuung erforderlich sind. Eine gemeinsame Strategie und ein Aktionsplan über alle fünf Länder hinweg stellt sicher, dass diese kollektive Anstrengung mehr erreicht als die Summe ihrer Einzelteile.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Plans ist die Untersuchung innovativer Finanzierungsmodelle für den Naturschutz, wie öffentlich-private Partnerschaften und Zertifikate für Ökosystemdienstleistungen. So soll sichergestellt werden, dass die GBN-Renaturierung auch lange nach Projektende finanziell tragfähig bleibt.
Wenn grün-blaue-Netzwerke gut funktionieren, sind ihre positiven Auswirkungen weit über den Gewässerrand hinaus spürbar: sauberere Flüsse, widerstandsfähigere Gemeinden und Landschaften, die sowohl Dürren als auch Überschwemmungen standhalten können. Wetlanders zeigt, wie erfolgreiche Renaturierung aussieht, und schafft die Voraussetzungen dafür, dass sie auch an anderen Orten gelingt.
„Indem wir Menschen, Partner und Landschaften miteinander verbinden, geben wir diesen Ökosystemen zurück, was sie verloren haben.“ –
Katrien Wijns (Natuurpunt Belgien), Projektkoordinatorin von Wetlanders
Projektförderung
Gesamtbudget des Projekts: 7,2 Millionen Euro
EU-Förderung: 4,3 Millionen Euro
Updates und ErgebnisseWetlanders wird regelmäßig Updates, Einblicke und Ergebnisse während des Projektfortschritts teilen. Wichtige Neuigkeiten und Entwicklungen finden Sie auch auf der Wetlanders Interreg NWE-Website: wetlanders.nweurope.eu
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erstellt am:
24.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
08.07.2026