Niedersachen klar Logo

Vereinfachte Flurbereinigung Oldorf-St. Joost

Landkreis Friesland


Verfahrensname

Oldorf-St. Joost

Verfahrensart

§ 86 FlurbG – VereinfachteFlurbereinigung

Verfahrensnummer

2482

Teilnehmerzahl

338

Größe des Flurbereinigungsgebietes

3.278 ha

Schwerpunktziele

Die Produktionsbedingungen der Landwirtschaft im Verfahrensgebiet „Oldorf-St.Joost“ werden neben den natürlichen Verhältnissen wesentlich durch die vorhandenen Flurstrukturen bestimmt. Bedingt durch das vorhandene Grabensystem in diesem Gebiet weisen die landwirtschaftlichen Flächen eine unwirtschaftliche Struktur auf. Auch in eigentumsrechtlich zusammenhängenden Lagen besteht in der Regel kein direkter Wegeanschluss, sondern eine Erschließung über die benachbarten Flächen. Das zurzeit unzureichende befestigte und großmaschige Wegenetz hat für die landwirtschaftlichen Betriebe insbesondere für die Bewirtschaftung von zugepachteten Flächen einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund soll zur Reduzierung des Arbeitszeitbedarfs und zur Senkung der Betriebskosten mit dem Verfahren eine anforderungsgerechte Wegebefestigung realisiert werden. Des Weiteren soll die Wirtschaftskraft der Betriebe zudem durch eine Optimierung der Bewirtschaftungseinheiten verbessert werden. Durch das Instrument der Flurbereinigung sollen diese Strukturprobleme behoben werden, damit der Arbeitszeitbedarf reduziert wird und somit die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe gefördert wird.

Nebenziele

In dem Verfahrensgebiet kommt es zu Nutzungskonflikten zwischen der Landwirtschaft und der Nutzergruppe „Wohnen“, da landwirtschaftliche Fahrzeuge mangels Alternativen auch die Wege mit vorhandener Wohnbebauung nutzen müssen. Auch werden die landwirtschaftlichen Wege vorzugsweise in den Sommermonaten in hoher Anzahl durch den Fahrradtourismus genutzt. Durch die Schaffung einer Umfahrung der Wohnbebauung und mit der Herstellung neuer Radwegeverbindungen kann der Fahrradverkehr um stark landwirtschaftlich frequentierte Wegeabschnitte herumgeleitet werden und somit der Verkehrskonflikt entflechtet werden.

Des Weiteren sollen Ziele des Naturschutzes mit dem Flurbereinigungsverfahren „Oldorf-St.Joost“ verfolgt werden. Mit Hilfe des Bodenmanagements werden Maßnahmen zur strukturellen Verbesserung der Marschengewässer in dem Verfahrensgebiet durchgeführt. Durch die Herstellung von breiten Uferrandstreifen und die Schaffung von Flachuferzonen soll die natürliche Eigendynamik des Gewässers wiederhergestellt werden. Zur Realisierung dieser für die EG-WRRL bedeutsamen Maßnahmen müssen landwirtschaftlich hochwertige Böden beansprucht werden. Um diesen Nutzungskonflikt zwischen der Landwirtschaft und den Planungen des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft zu vermeiden, soll mit dem Instrument der Flurbereinigung ein eigentumsverträgliches Flächenmanagement durchgeführt werden.

Die konkurrierenden Nutzungsansprüche an Grund und Boden (Landwirtschaft, Naturschutz, Gewässerschutz) können nur im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens sozial- und eigentumsverträglich gelöst werden. Aufgabe der Flurbereinigung wird es sein, die Flächen für die geplanten Maßnahmen auszuweisen, die Besitzzersplitterung durch Bodenordnung zu verringern sowie das sehr schlechte ländliche Wegenetz nachhaltig zu verbessern.


Verfahrensablauf

Verfahrensschritt

Datum/Jahr

Anordnung der Flurbereinigung 24.11.2020

Feststellung der Wertermittlungsergebnisse

Planfeststellung/ Genehmigung des Planes über die gemeinschaftlichen und öffentlichen Anlagen


vorläufige Besitzeinweisung

Vorlage des Flurbereinigungsplanes

(vorzeitige) Ausführungsanordnung

Berichtigung des Liegenschaftskatasters

Grundbuchberichtigung

Schlussfeststellung


Aktuelles / Dokumente

  Bildrechte: ArL WE

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Herr Frederik Meiners

Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems
Aurich
Projektleiter
Oldersumer Straße 48
26603 Aurich
Tel: 04941/176-243

www.arl-we.niedersachsen.de

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln