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Amt für regionale Landesentwicklung präsentiert in Berlin Strukturförderprojekt

Wer einmal die Schönheit des Bourtanger Moors gesehen hat, wer sieht, wie sich das Wollgras im Wind wiegt, im Herbst der Nebel über das Moor schwebt oder tausende von Zugvögeln zum Jahresende einkehren…der wird die Faszination dieser Momente nicht nur in der Erinnerung bewahren, sondern sich für den Schutz dieses einmaligen Lebensraums einsetzen. „Deshalb sind Projekte von enormer Bedeutung, die Natur erlebbar machen und die unterschiedlichen Interessen miteinander vereinen“, sagt Sylvia Backers, Teildezernatsleiterin im Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, die das Ergebnis der Partnerschaft von Tourismus und Naturschutz im Grenzgebiet Niedersachsen (Emsland) – Niederlande in der LEADER-Region „Naturparkregion Moor ohne Grenzen“ gemeinsam mit ihrer Kollegin Anita Scheper aus der Geschäftsstelle Meppen den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern am heutigen Mittwoch auf dem Stand der IGW vorstellte.

Das Moor wurde seit jeher als Rohstofflieferant für Brennmaterial, als Stallunterlagen, Dünger oder für Windeln genutzt. Durch staatliche Moorzuweisungen und später durch das industrielle Tiefpflügen auf Grundlage des „Emsplanes“ dehnte sich die Moorkultivierung und –kolonialisierung aus. Es entstanden neue Flächen für die Landwirtschaft und Siedlungen insbesondere für Vertriebenen aus den ehemaligen ostdeutschen Gebieten. Die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung stand im Vordergrund. „Diese vielfältige Nutzung blieb nicht ohne Folgewirkung“, so Sylvia Backers. Moortypische Pflanzen und die vielfältige Tierwelt verloren ihren Lebensraum, der natürliche CO²-Speicher Moor ging fast verloren, mit erheblichen klimatischen Auswirkungen.

Die Strukturförderung für den ländlichen Raum durch LEADER zielt nun darauf ab, die unterschiedlichen Nutzungsinteressen in Einklang zu bringen und die negativen Folgewirkungen zu lindern bzw. zu beseitigen. „Der Erhalt der intakten Natur einerseits und andererseits Einnahmequellen neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen zu schaffen soll mit dem „sanften Tourismus“ gelingen“, so Backers. Den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern konnte in ausführlichen Gesprächen vermittelt werden, dass durch die Förderung des Projektes „Naturparkregion Moor ohne Grenzen“ Möglichkeiten eröffnet werden, den Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Nutzung, Naturschutz und Tourismus aufzulösen.

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