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Neues Wohnen und Pflege für den ländlichen Raum

Zentrale Herausforderung der Daseinsvorsorge in der Kommune: Auch ein Thema in Weser-Ems


Am heutigen 12.06.2018 begrüßte Landesbeauftragter Franz-Josef Sickelmann vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Pflege- und Gesundheitsverbänden, Politik, der Wohnungswirtschaft und Wissenschaft im „Alten Landtag“ in Oldenburg zu den „Werkstattgesprächen Neues Wohnen und Pflege für den ländlichen Raum“. Unter Leitung des FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V., Bundesvereinigung, das im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und in Kooperation mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems die Veranstaltung organisierte, tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen mit neuen Konzepten des Wohnens, der Pflege und der verbindlichen Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen aus. Impulsvorträge zu erfolgreichen Praxisbeispielen bildeten die Diskussionsgrundlagen. Eingeführt wurde in die Veranstaltung von Dr. Frank Berner vom Deutschen Zentrum für Altersfragen in Berlin mit einer Keynote „Altwerden im ländlichen Raum. Thesen und Empfehlungen aus dem siebten Altenbericht der Bundesregierung“.

Soziale Teilhabe ist eine Grundvoraussetzung für ein menschenwürdiges Dasein. Auch hochbetagte und pflegebedürftige Menschen müssen selbstbestimmt leben, für andere erreichbar sein, soziale Kontakte pflegen und kulturelle Angebote nutzen können. Zentraler Prüfstein einer nachhaltigen Quartieresentwicklung ist daher, neben der Sicherung der Daseinsvorsorge, die WahrungderTeilhabe auch älterer eingeschränkter Menschen.

Insbesondere in den ländlichen Regionen Niedersachsens ist das Thema Wohnen und Pflege für ältere Menschen eine zentrale Herausforderung für die Kommunen und alle gesellschaftlichen Akteure. Dem Wunsch der älterwerdenden Menschen, trotz Pflege- und Betreuungsbedarf selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben zu können, müssen wir gerecht werden. Neue Konzepte des Wohnens, der Pflege und der verbindlichen Nachbarschaftshilfe können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung fördert entsprechende Ansätzedurch das Förderprogramm „Wohnen und Pflege im Alter“. Nicht nur altersgerechter Wohnraum oder ambulante Wohn-Pflege-Formen, sondern auch der Aufbau von sozialer Infrastruktur und lokalen Unterstützungsnetzen im Quartier können im Rahmen des Programms gefördert werden. In aktuell 45 Einzelprojekten werden in allen Regionen Niedersachsens seit 2015 vielfältige modellhafte Konzepte umgesetzt und daraus neue Erkenntnisse für zukünftige Herausforderungen des Wohnens und der Pflege im Alter abgeleitet.

Bei der Gestaltung von Strukturen der Sorge und Unterstützung kommt auch den Kommunen eine beson­dere Verantwortung zu: Ihre Aufgabe ist es u.a., das Zusammenwirken von familiärem und bürgerschaftlichem Engagement mit professionellen Dienstleistungen zu ermöglichen und zu gestalten. „Die Kommunen im ländlichen Raum stehen in den nächsten Jahren vor vielfältigen neuen und wachsenden sozialen Aufgaben“. Dazu Landesbeauftragter Franz-Josef Sickelmann: “Die Alterung der Gesellschaft, die Veränderung von Familienstrukturen, fehlende Grundversorgung durch Einzelhandel und Dienstleistungen vor Ort, Fachkräftemangel in der Pflege, keine ausreichende ärztliche Versorgung und damit verbundene Anforderungen an Mobilität stellen viele ländliche Kommunen im Hinblick auf die Gestal­tung der Lebensverhältnisse älterer Menschen vor neue Herausforderungen.“

Fünf Beispiele aus der Praxis verdeutlichten, an welche lokalen Voraus­setzungen die gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Leben älterer Menschen geknüpft sind und unter welchen Bedingungen und auf welche Weise die Kommunen und lokale Initiativen Strukturen der Sorge und Mitverantwortung aufbauen und gestalten können:

Das Beispiel der Gemeinde Vrees im Landkreis Emsland zeigt, wie eine kleine Gemeinde ihre Bewohnerinnen und Bewohner dabei unterstützen kann, im Alter selbstbestimmt im vertrauten Dorfumfeld wohnen zu bleiben. Im Dorfzentrum entstanden barrierefreie Wohnungen mit technischem Assistenzsystem sowie ein Multifunktionshaus mit Versammlungsräumen, eine Beratungsstelle zum Thema Alter und weitere kommunale Angebote. Weiterhin wurden mit dem Projekt „Hofleben“ in der Gemeinde Dahlenburg-Lemgrabe im Landkreis Lüneburg Strategien für die Revitalisierung eines historischen Resthofs präsentiert. Mit der Sanierung von zwei historischen Gebäuden sowie ergänzenden Neubauten entsteht hier ein generationenübergreifendes Wohnkonzept mit Gemeinschaftsflächen für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die gesamte Dorfgemeinschaft. Alle vorgestellten Projekte werden im Rahmen des Programms „Wohnen und Pflege im Alter“ gefördert.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Olaf Klaukien

Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems
Theodor-Tantzen-Platz 8
26121 Oldenburg
Tel: 0441/799-2433
Fax: 0441/799-6-2433

www.arl-we.niedersachsen.de

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