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Sieben Förderungen auf einen Streich

Landesbeauftragter Nikolaus Jansen überreicht in Osnabrück Bescheide aus den Programmen „Zukunftsregionen“ und „Resiliente Innenstädte“


Osnabrück. Mit einem ganzen Strauß von Förderbescheiden besuchte Nikolaus Jansen das Rathaus Osnabrück. Der Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Weser-Ems überreichte dort vier Förderungszusagen für Projekte der Stadt im Rahmen der Zukunftsregion StadtLandZukunft OS und drei aus dem Programm Resiliente Innenstädte an Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Osnabrück.

Die Zukunftsregion StadtLandZukunft OS will ein gemeinsames Zukunftskonzept von Stadt und Landkreis Osnabrück umsetzen. Die zentralen Handlungsfelder der von Niedersachsen und der EU unterstützen Zukunftsregion sind „Regionale Innovationsfähigkeit“ und „CO²-arme Gesellschaft und Kreislaufwirtschaft“. Zu den Förderzusagen sagte Jansen, dass sie die vielfältigen Fördermöglichkeiten aufzeige, die das Programm biete.

Die Förderung der unten genannten Projekte umfasst 407.000 Euro, jeweils 40 Prozent der Gesamtkosten. Die Förderung wird finanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die geförderten Projekte:

In Osnabrück wird das „Kommunale Haus- der Energie- und Wärmewende“ geschaffen. Es wird zentrale Anlaufstelle für Immobilieneigentümer, Bauherren und Investoren, die sich über Möglichkeiten der energetischen Gebäudemodernisierung informieren und individuell beraten lassen möchten. Dazu wird ein umfassendes Informations- und Sensibilisierungsangebot entwickelt und erprobt. Dieses Angebot soll ortsspezifische Informationen auf Basis der kommunalen Wärmeplanung mit anschaulichen Praxisbeispielen verbinden.

Das Projekt „Erfassung von Pendlerströmen durch Kennzeichenkameras“ soll dabei helfen, Maßnahmen für einen flüssigeren Verkehrsfluss auf den Zufahrtsstraßen zu ermitteln. Dazu werden Detektoren in das Straßensystem integriert. Sie erfassen datenschutzkonform die Auslastung der Infrastruktur und ermöglichen Aussagen zu den Bewegungen von Verkehrsteilnehmern. In Osnabrück kommt es in der Morgenspitze, also zu Arbeitsbeginn, und zur Abendspitze, also zu Arbeitsende, zu Stausituationen durch Pendler. Mit Hilfe der Daten sollen die Quellen der Pendlerströme analysiert werden.

Eine Machbarkeitsstudie „Bodenbörse“ soll ermitteln, wie Bodenmaterial, das bei kommunalen Baumaßnahmen anfällt, umweltschonender für andere kommunale Baumaßnahmen wiederverwendet werden kann. Mithilfe der Machbarkeitsstudie sollen in der Zukunftsregion Möglichkeiten ermittelt werden, Aushub und anderes Bodenmaterial zwischenzulagern und ohne weite Wege wiederzuverwenden.

Die Wirtschaftsförderung Osnabrück GmbH erhält Fördermittel für eine Machbarkeitsstudie zur „Transformation bestehender gewerblicher Flächen durch die Optimierung von Ressourcen und Materialströmen (Transform)“. Hierzu soll im Gewerbegebiet Hafen in Osnabrück mittels Unternehmensbefragungen u.a. herausgefunden werden, welche Materialien im Unternehmen anfallen, welche Art von Energie genutzt oder erzeugt wird, welche Dienstleistung oder welches Produkt angeboten werden und wie viel Abfall entsteht. Die Ergebnisse sollen in einer Art Dienstleistungskatalog/ Produktpass strukturiert zusammengefasst werden. Eine Auswertung soll dazu befähigen, dass zum Beispiel Material, das bei Unternehmen x als Abfall anfällt, in Unternehmen y für die Produktion eingesetzt werden kann. Bestenfalls werden Kooperationen untereinander eingegangen und Dienstleistungen in Zukunft regional in Anspruch genommen.

Aus dem Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ wurden ebenfalls drei Projekte gefördert.

Mit diesem Programm, so Jansen, stelle das Land Niedersachsen insgesamt 61,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit, um 15 ausgewählte Städte – darunter auch Osnabrück – dabei zu unterstützen, trotz verändertem Kundenverhalten attraktiv zu bleiben. Für Osnabrück stehen in dieser Förderperiode bis 2029 rund 4,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Diese Projekte werden gefördert:

Projekt „Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes“-

Mit einem Projektvolumen von rund 423.000 € wird ein moderner „Fahrrad-Boulevard“ geschaffen. Eine neue Radstation wird verkehrssicher erschlossen und der Verkehrsfluss optimiert. Gleichzeitig wird auf Entsiegelung und neue Bepflanzungen gesetzt, um den Stadtraum ökologisch aufzuwerten.

Freiraumplanung für die Johannisfreiheit

Im Süden der Innenstadt steht die Quartiersentwicklung „Zukunft Johannisfreiheit“ im Fokus. (Projektkosten: 143.888 €). Durch einen freiraum- und verkehrsplanerischen Wettbewerb wird nach dem besten Konzept für einen grünen, resilienten Stadtplatz rund um die Kirche St. Johann gesucht. Durch eine Steuerungsgruppe wird eine intensive Beteiligung von Wirtschafts- und Sozialpartnern sichergestellt und ein breiter Diskussions- und Beteiligungskorridor geschaffen.

Aufenthaltsqualität in der Großen Straße

Ziel ist die Entwicklung einer Strategie, um die Attraktivität des Herzens der Stadtmitte zu steigern. (Projektkosten 75.000 €). Angesichts des Klimawandels und des Wandels im Handel setzt die Stadt auf Maßnahmen wie temporäre Grünanlagen, Beschattung und neue Sitzmöglichkeiten. Durch eine detaillierte Analyse von Defiziten und Nutzungskonflikten wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der eine zügige Umsetzung durch die Verwaltung ermöglichen soll.

Jansen dazu: „Diese Projekte sind keine isolierten Maßnahmen. Sie sind Teil einer bedarfsgerechten Gesamtstrategie, die unter Beteiligung von Wirtschaft, Sozialpartnern und Zivilgesellschaft entwickelt wurde. Mit insgesamt rund 256.800,00 € Fördersumme nutzen Sie eindrucksvoll den Spielraum, den das Land Niedersachsen bietet, um Osnabrück behutsam, nachhaltig und vor allem krisenfest umzugestalten.“

Bescheidübergabe in Osnabrück   Bildrechte: Stadt Osnabrück
Bei der Bescheidübergabe (v.l.) OB Katharina Pötter, Landesbeauftragter Nikolaus Jansen, Stadtbaurat Thimo Weitemeier, Marie-Theres Lohmann (WFO), Dr, Claas Beckord (Referatsleiter Nachhaltige Stadtentwicklung) und Lisa Voßiek (Zukunftsregion).

Artikel-Informationen

erstellt am:
17.04.2026

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