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Wegebauabnahme in der Flurbereinigung Tannenhausen

Seit Ende 2016 wird in Teilen der der Gemarkungen Tannenhausen und Eversmeer auf rd. 1100 ha ein Flurbereinigungsverfahren mit der Zielsetzung „Flächenmanagement für Klima und Umwelt“ durchgeführt. In ganz Niedersachsen gibt es nur 7 Verfahren mit dieser besonderen Zielsetzung. Tannenhausen ist das einzige derartige Verfahren im Raum Weser-Ems.

Eine wichtige Maßnahme der Flurbereinigung ist der ländliche Wegebau. Zur Abnahme des ersten Wegebauabschnittes trafen sich jetzt Vertreter der Teilnehmergemeinschaft Tannenhausen und der beteiligten Behörden und Firmen. Auftraggeber ist die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Tannenhausen. Den Ausbau ausgeführt hat eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Strabag, Kerker und Siebels, alle im Stadtgebiet Aurich ansässig. Die Bauleitung übernahm das Ingenieurbüro Thalen Consult aus Neuenburg.

Der Stickerspittsweg, Schwarzesmeerweg und „Am Pulvermoor“ in Tannenhausen haben auf 3.950 m eine neue, bzw. erstmalig eine Befestigung erhalten. Überwiegend wurden Spurbahnen aus Beton gebaut. Um den Bestand der Wege langfristig zu sichern, wurde auf einen soliden Unterbau geachtet, wobei in vielen Abschnitten das vorhandene Moor vollständig ausgekoffert wurde. Die Investitionskosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf etwa 1,7 Mio €. Nach der Bauabnahme gehen die Wege in die Unterhaltungspflicht der Stadt Aurich über.

Um auch Parkmöglichkeiten für Spaziergänge im Tannenhausener Moor zu schaffen, hat die Stadt Aurich die Gelegenheit genutzt, im Zuge der Wegebauarbeiten einen Parkplatz am Ende des Weges „Ol Streek“ anzulegen.

Die Flurbereinigung hat in Tannenhausen die besondere Aufgabenstellung, überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen im Tannenhausener Moor in das Eigentum des Landes Niedersachsen, sowie im kleinen Umfang in das Eigentum der Stadt Aurich und des NABU zu überführen, um Maßnahmen der Moorwiedervernässung zu ermöglichen. Bislang verfügen die genannten 3 Eigentümer über teilweise verstreut liegende Eigentumsflächen im Moor, die auch in der Summe nicht für das Gesamtvorhaben aus-reichen. Deshalb sind im Flurbereinigungsgebiet in einem erheblichen Umfang landwirtschaftliche Flächen erworben worden, um den betroffenen privaten Grundstückseigentümern Ersatzland anbieten zu können. Insgesamt soll so ein geschlossener Flächenkomplex der öffentlichen Hand zur Größe von ungefähr 380 ha entstehen. Für den Grunderwerb in Höhe von ca. 1,1, Mio € erhält das Land Niedersachsen einen Zuschuss von 75 % aus Mitteln der EU.

Ziel der Wiedervernässung ist es, einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leis-ten. Intensiv bewirtschaftete Moore mit geregelter Entwässerung setzen laufend CO2 frei. Dagegen können wiedervernässte Moore, auf denen langfristig auch Moorwachs-tum einsetzen kann, CO2 aufnehmen. Der NABU hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Aurich bereits im Jahr 2018 beidseits des Ackerbauweges Flächen zum Zweck der Wiedervernässung hergerichtet. Das Land Niedersachsen hat in diesem Jahr nördlich des Zündtorfweges auf dem Gebiet der Gemeinde Eversmeer mit der Wiedervernässung begonnen.

Neben dieser ökologischen Zielsetzung soll die Existenz der in Tannenhausen wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe nachhaltig gestärkt werden. Dazu gehört neben dem Wegebau auch die Zusammenlegung landwirtschaftlicher Flächen. Dieser Verfahrensschritt soll zum Jahresende 2021 mit der Anordnung der vorläufigen Besitzeinweisung vollzogen werden.

Das Wegebauprogramm wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Dazu gehört dann auch der Lückenschluss des Radweges von Tannenhausen nach Eversmeer im Zuge des inter-kommunalen Radwegenetzes „4-Blick-Route Ewiges Meer“. Der dritte und damit letzte Teil des Wegebaus in der Flurbereinigung ist für das Jahr 2022 geplant.

Wegen der besonderen ökologischen Zielsetzung werden die Bau- und Nebenkosten der Flurbereinigung in Tannenhausen mit 80 % durch Zuwendungen von EU, Bund und Land gefördert. 20 % der Kosten tragen die Stadt Aurich und die Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft Tannenhausen. Insgesamt sind 3,5 Mio € veranschlagt, davon entfallen auf den Wegebau allein 2,75 Mio. €.

Artikel-Informationen

erstellt am:
15.12.2020

Ansprechpartner/in:
Herr Gerd Bohlen, Projektleiter

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